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Chronik
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CDU – Gemeindeverband Unterlüß
(gegründet am 23. Oktober 1948 als CDU-Ortsverband)
Rückblick
Nach dem Kriege galt es den Neuanfang zu regeln. Die Neubildung von politischen Parteien war zunächst noch verboten. Nur wenigen Parteien, die bereits vor 1933 existierten, war die politische Betätigung erlaubt worden.
Für unsere Gemeinde stellt sich der Neuanfang so dar:
Nachdem im Mai 1945 dem von der britischen Militärregierung eingesetzten Bürgermeister zwölf ebenfalls eingesetzte Beiräte zur Seite standen, darunter der einzige parteilose Mandatsträger Pastor Heinrich Leihfels, wurde der Gemeinderat im August 1945 durch Verfügung des Landrates auf zwei Beiräte und fünf Gemeinderäte reduziert. Diese zahlenmäßige Verringerung des Unterlüßer Gemeinderates wurde als Folge der Evakuierung der Bevölkerung zum 1. Juli begründet.
In diesen Gemeinderat wurden allerdings nur Sozialdemokraten und Kommunisten berufen. Im Oktober 1945 wurde die Zahl der Gemeinderäte aber schon auf 13 angehoben und im Dezember des gleichen Jahres, rückwirkend zum 1. Juni 1945, auf weitere Anweisung des Landrates, auf 14 erhöht.
Berücksichtigt man den Bürgermeister als fünfzehntes Gemeinderatsmitglied, so hat sich die Zahl der Gemeinderäte unserer Gemeinde Unterlüß von 1945 an bis heute nicht verändert. Das Jahr 1946 brachte für Unterlüß politisch gesehen, schon mehr Demokratie.
Am 14. März 1946 verabschiedete der Gemeinderat die neue Hauptsatzung der Gemeinde Unterlüß und zwar auf Anordnung der britischen Militärregierung und der Verfügung des Landrates vom 27. Februar 1946.
Von wirklicher demokratischer Selbstverwaltung der Gemeinde Unterlüß konnte man jedoch noch nicht reden, da bestimmte Dinge von der Militärregierung einfach angeordnet wurden.
Am 2. Mai 1946 wurde im Gemeinderat die Forderung der Militärregierung für die erste demokratische Gemeinderatswahl im Jahre 1946 zur Kenntnis genommen. In dem zur Durchführung der Wahl geforderten Unterlüßer Wahlausschuss sollte, neben anderen Mitgliedern, auch ein CDU-Mitglied vertreten sein.
Es gab also schon 1946 einzelne CDU-Mitglieder in Unterlüß, aber noch keinen Ortsverband. Erst zwei Jahre später, kurz vor der Gemeinderatswahl 1948, wurde am 23. Oktober 1948 der CDU-Ortsverband Unterlüß gegründet.
Die Gemeinderatswahl 1948 brachte den CDU-Bewerbern auf Anhieb sieben Mandate. Zum Bürgermeister wurde mit 11 gegen 4 Stimmen Heinrich Leifels gewählt, der allerdings schon 1949 von seiner Pfarrstelle Unterlüß nach Hannover versetzt wurde. Daraufhin wurde aus der CDU-Fraktion und der Fraktion der DP (3 Mandate) eine „Wählgemeinschaft der Unabhängigen“ gegründet. Fraktionsvorsitzender wurde Fritz Krumnow.
Auf Heinrich Leifels folgte als Bürgermeister Walter Gähle, der aber bereits 1951 aus beruflichen Gründen sein Amt niederlegte. Zum Nachfolger wurde Heinrich Meyer, den Älteren wegen der vielen anderen gleichlautenden Namen als „Kanonen-Meyer“ bekannt, zum dritten Bürgermeister dieser Ratsperiode gewählt.
Mit Heinrich Leifels Weggang verlor unser CDU-Ortsverband aber auch gleichzeitig den Parteivorsitzenden. In diesem Zeitraum kam es zu Missstimmungen in der CDU, die u. a. dazu führten, dass uns zwei Parteimitglieder verließen.
Zur Gemeinderatswahl 1952 kandidierten CDU-Mitglieder mit anderen zusammen als „Unabhängige Wählergemeinschaft“. Diese Wählergemeinschaft ermöglichte es, bis dahin parteilose Bürgerinnen und Bürger in den Gemeinderat zu holen und für politische Arbeit zu gewinnen. Zum überwiegenden Teil sind diese Kandidaten später dann CDU-Mitglieder geworden.
1956 gab es bei der Gemeinderatswahl eine Wahlvorschlagsverbindung der CDU mit der DP und dem „Gesamtdeutschen Block“. Die CDU gewann sechs Mandate. Das CDU-Mitglied Wilhelm Schmidt löste 1956 Heinrich Meyer als Bürgermeister ab.
Leider verstarb unser pensionierter Polizist Schmidt bereits im Jahre 1957. Zum dritten Male musste daher in dieser Ratsperiode ein Bürgermeister gewählt werden. Die Wahl fiel auf den Leiter unserer Schule Herrn Rektor Robert Busse. Er war ein sehr volksnaher und allseits geachteter Mann, der bis zu seinem Tode dieses Amt innehatte.
Ende der sechziger Jahre brach die Fraktion der Wählergemeinschaft auseinander. Von den drei anderen Mandatsträgern schlossen sich zwei der CDU und einer der SPD an.
Bei der Gemeinderatswahl 1973 bekam die CDU erstmals die absolute Mehrheit der Sitze. Acht gingen an die CDU und sieben an die SPD. Dieser Vertrauensbeweis war sicherlich auch verbunden mit der Person des Bürgermeisters Dr. August Biermann, der ab 1970 die Geschicke der Gemeinde ganz maßgeblich lenkte.
Seit dieser Wahl nahmen die Bürgerinnen und Bürger die CDU immer wieder in die Pflicht und sprachen ihr in den vielen Jahren, mit der absoluten Mehrheit der Gemeinderats-Sitze, immer wieder das Vertrauen aus.
Seit dem 4. Mai 1984 gab es in Unterlüß, auf Betreiben von Erika Rabe, auch die „Junge Union“, die sich stark für Jugendangelegenheiten einsetzte und u. a. den Bau unseres Jugend-Treffs unterstützte. Mit Beteiligung an den Dorffesten und Aktionen, wie Entsorgung von Weihnachtsbäumen, wurde die Verbindung zur Jugend und unserer Einwohner gehalten und vertieft. Seit Januar 1995 besteht der Regionalverband Hermannsburg, Fassberg/Müden und Unterlüß mit jungen aktiven Nachwuchspolitikern, sodass wir eigentlich mit Zuversicht in die Zukunft schauen können.
Mit dem Ende der Ratsperiode 1986 : 1991 trat Dr. Biermann aus Altersgründen von seinen politischen Ämtern zurück. Sein politisches und gesellschaftliches Schaffen war ein Gewinn und ein Glücksfall für unseren Ort und für unseren CDU-Ortsverband.
Dr. Biermann erhielt für seine Verdienste 1983 das Bundesverdienstkreuz am Bande. 1991 wurde Dr. Biermann einstimmig zum Ehrenbürgermeister ernannt. 1993 verlieh der Rat ihm das Ehrenbürgerrecht. 1996 verstarb unser allseits geschätzter „Doktor“, wie alle ihn hier nannten, plötzlich und unerwartet.
Seit Herbst 1991 ist unser Vorsitzender des Gemeindeverbandes Unterlüß, Eberhard Staiger, Bürgermeister unserer Gemeinde.
Im Zusammenwirken mit unserer immer sehr umsichtigen Gemeindeverwaltung und begünstigt durch frühzeitige Industrieansiedlung in Unterlüß, konnte unser Ort vorbildlich ausgebaut werden. Infrastrukturmaßnahmen, wie Barackenräumprogramm, Straßenbau, Neubau von Schule und Kindergarten, Schaffung von Bad- und Sportanlagen, sowie die Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten, wurden beharrlich in den zurückliegenden Jahren von unserem CDU-dominierten Gemeinderat verfolgt, vorangetrieben und auch umgesetzt.
Ein besonderes Anliegen unserer Partei war die Förderung unserer über 40 ortsansässigen Vereine und Verbände, sowie die nachhaltige Unterstützung unserer freiwilligen Feuerwehr und unseres Kunstmuseums, das einzige in der Lüneburger Heide.
Auch wenn für fast alle Bevölkerungsschichten unseres Ortes entsprechende Freizeit- und Übungsstätten geschaffen wurden, konnte eine dringend notwendige Sporthalle, trotz vorliegender Baugenehmigung, aus finanziellen Gründen noch nicht verwirklicht werden. Dieses spricht aber auch dafür, dass sich die CDU-Unterlüß immer sehr verantwortungsbewusst verhalten und Politik mit Augenmaß betrieben hat.
Mit Ausnahme des Jahres 1953 hat die CDU in Unterlüß 57 Jahre den höchsten Repräsentanten der Gemeinde gestellt. Seit 1973, also die letzten 33 Jahre, war es möglich, christ-demokratische Vorstellungen, wenn es sein musste, auch allein zu verwirklichen.
Meistens ging es uns dabei aber weniger um Parteipolitik. Es ging uns viel mehr um ein Engagement für unsere Menschen und die Entwicklung der Gemeinde Unterlüß. Dabei standen wir oft in der Verpflichtung unserer Vorgänger im Vorstand und im Rat der Gemeinde. Ihre Aufgabenstellung zu übernehmen und zu einem guten Ende zu führen.
Bürgernähe immer wieder zu praktizieren, war eine besondere Herausforderung. So konnten wir es bisher erreichen, dass die Mehrheit unserer Bevölkerung hinter unserer Politik stand und uns Christdemokraten in den vielen Jahren ihr Vertrauen aussprach.
Wir erinnern uns in Dankbarkeit an die Männer der ersten Stunde, an die verstorbenen Vorsitzenden unserer CDU-Unterlüß. Das waren Heinrich Leifels, Alois Rinke, Hermann Meine, Heinz Köhler, Georg Schulz, Heinrich Meyer und Werner Hesse. Alle haben sich ab 1948 in die Pflicht nehmen lassen und verhalfen dem zunächst zarten Pflänzchen „CDU“ zu einem ansehnlichen Aufblühen.
In dieser Tradition und mit gleichem Engagement führten auch Peter Lampe als Vorsitzender und seit 10 Jahren unser heutiger Vorsitzender Eberhard Staiger diese Arbeit fort.
All diesen Persönlichkeiten gilt unser Respekt, unsere Anerkennung und unser Dank für langjährige Vorstandsarbeit.
Unvergessen bleiben auch unsere Altbürgermeister, besonders Robert Busse und Dr. August Biermann, die für ihre Volkstümlichkeit und Bürgernähe bekannt waren. In diesen Kreis hat sich nunmehr auch, nach 14-jähriger Amtszeit, unser Bürgermeister Eberhard Staiger eingereiht, der durch die Änderung der NGO und die verfügte Eingleisigkeit in der Verwaltung 2005 als Bürgermeister ausgeschieden ist.
Mit Eberhard Staiger als unseren jeweiligen Spitzenkandidaten konnten wir die Kommunalwahlen 1991 mit 57,1 %, 1996 mit 50,9 % und 2001 sogar mit 57,7 % für uns entscheiden. Auch für die Kommunalwahl in 2006 steht er als jetziger 1. stv. Bürgermeister und Ratsvorsitzender wieder an der Spitze unserer Kandidatenliste.
CDU-Gemeindeverband Unterlüß
Unterlüß im August 2006
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